pro-A-kids

Demokratie braucht Bildung!

Projekt: „African Kids“ heißt
unsere Initiative zur Förderung von
Bildungseinrichtungen in Kenia.

Gehaltszuschüsse

a

  • 2016 –             2.639,92 €
  • 2015 –             3.262,90 €
  • 2014 –             3.335,15 €
  • 2013 –              3.508,96 €
  • 2012 –              1.877,37 €
  • 2011 –               1.607,06 €
  • 2010 –              1.254,20 €
  • 2009 –                 856,10 €
  • 2008  –                300,00 €

Das Thema “Arbeitslöhne in Entwicklungsländern” ist zugegebenermaßen eines der schwierigsten, hat aber auch eine zentrale Position, wenn man sich wie pro-A-kids dem Motto “Hilfe zur Selbsthilfe” verpflichtet fühlt. Die ortsüblichen Arbeitslöhne sind sehr niedrig, so verdient ein Arbeiter in einer Kaffeefarm umgerechnet 1,75 EUR pro Tag. Ein Ei kostet  0.09 €, 1 kg Kochfett 2 €, 1 kg Reis 0,60 €, 1 Stück Seife 0,48 € und Benzin gar 0,95 € pro Liter. Rechnet man zusammen, was eine mehrköpfige Familie pro Tag braucht, lässt sich rasch ermessen, dass es nur zum Überleben reicht. Staatliche Altersvorsorge, Krankenkasse, freie Schul- und Berufsbildung gibt es in Kenia nicht, muss also ebenfalls vom knappen Lohn abgezweigt werden. Dazu kommt hinzu, dass jedes Familienmitglied mit festem Arbeitsplatz zusätzlich noch fünf, zehn oder mehr Verwandtschaftsmitgliedern in finanziellen Notlagen unterstützen muss, schließlich wurde ja auch seine Schul- und Ausbildung einst durch Unterstützung der gesamten Großfamilie finanziert, also ist er bzw. sie nun dran, diesen “sozialen Kredit” zurückzuzahlen.

In der Praxis hat das oft die Folge, dass kaum jemand von seinem Haupt-Arbeitsverhältnis – so er denn eines hat – leben kann, sondern jegliche Einkommensmöglichkeit “am Rande” dankbar in Kauf nimmt. Der Lehrer ist nebenher noch Taxifahrer, gibt Nachhilfestunden für Kinder, deren Eltern es sich leisten können oder wollen, hat eine kleine Farm zuhause oder vermittelt auch dieses oder jenes Geschäft – gerne auch mit Sponsoren wie z.B.  pro-A-kids – und erhält dabei das übliche “Vermittlungsgeld”. Dies führt andererseits natürlich zwangsläufig auch dazu, dass für die Haupttätigkeit weniger Zeit übrig bleibt und bei uns vorausgesetzte Standards – wie z.B. eine ausführliche Unterrichtsvorbereitung der Lehrer oder Korrektur von Schülerarbeiten zu Hause – nicht üblich sind.

Unser Anliegen ist es, hier zumindest teilweise einen eigenen Impuls in Sachen “Fair Payment” zu setzen, auch wenn dies in der konkreten Umsetzung nicht immer leicht ist. Unser leistungsorientiertes deutsches Bezahlungssystem trifft im ländlichen Kenia auf eher familiär strukturierte Überlebensstrategien, deren Wertekotex durchaus sehr unterschiedlich sein kann.

Zur Zeit übernimmt pro-A-kids je die Hälfte der Lohnkosten der Lehrerin Salome K  und der Köchin Evangelina Kaburo. Die beiden Arbeitsplätze waren schon vor unserer Vereinsgründung im Kindergarten vorhanden und werden prinzipiell aus den Elternbeiträgen finanziert. In der täglichen Praxis sieht das so aus, dass die Eltern zu Beginn eines Termes das Schulgeld bei der Lehrerin einzahlen – oft auch in kleineren Raten – und diese davon ihr eigenes Gehalt, das der Köchin und die nötigen Unterrichtsmaterialien daraus bezahlt. Der Gehaltszuschuss von pro-A-kids wurde gewährt, um die Zubereitung des Mittagessens und die Nachmittagsbetreuung zu finanzieren.

2009 konnte mit Anschluss an das öffentliche Fernwassernetz auch endlich eine weitere Idee verwirklicht werden: die Anlage eines eigenen Gemüsegartens zum Anbau der benötigten Zutaten für die Mittagsverpflegung. Seit 2011 arbeit hier Frau Mary Wairimu als Garten- und Reinigungskraft und wird aus den Mitteln des Vereines bezahlt.

Und seit Januar 2013 konnte durch die Fertigstellung des Übergangsgebäudes nun auch endlich die lang erwartete zweite Erzieherin für die Babyclass eingestellt werden, Frau Hillary Nkatha. Auch sie erhält ihr volles Gehalt aus Vereinsmitteln, da sich die Kommune ansonsten keine zweite pädagogische Kraft leisten könnte um eine altersgerechte Betreuung der Kinder zu ermöglichen. Aus diesem Grunde schicken “besserverdienende” Eltern ihre Kinder oft auch in teuere Privatschulen, die mit kleinen Klassen und jungen Lehrkräften nach der Ausbildung einen Profit aus den Unzulänglichkeiten des öffentlichen Schulsystemes ziehen. Und entziehen damit den kommunalen Einrichtungen ihre finanzielle Unterstützung,  was zu sozialer Selektierung beiträgt.

Zusätzlich erhält unser Projektmanager Francis Wambugu eine Aufwandsentschädigung für seinen Einsatz für pro-A-kids,  da ehrenamtliches Engagement, wie wir es hier kennen, immer finanzielle und zeitliche Reserven voraussetzt,  die in Kenia allerdings nur in der Oberschicht vorhanden sind. Damit erhalten alle von uns unterstützten Personen etwas mehr an Bezahlung, als in vergleichbaren Einrichtungen vor Ort, allerdings immer noch weit weniger, als wir selbst für uns für die Sicherung der Grundbedürfnisse einschließlich vertretbarer Wohnverhältnisse, medizinischer Versorgung und Bildungsansprüchen als akzeptabel empfinden würden. Außerdem bemühen wir uns – soweit es in unseren Möglichkeiten liegt, um diverse zusätzliche Unterstützungsmaßnahmen, wie z.B. freies Mittagessen für die Angestellten, die Möglichkeit, die eigenen Kleinkinder während der Arbeitszeit mit zu versorgen, Gehaltsvor- und Zuschüsse in persönlichen Notlagen, medizinische Unterstützung und – was in vielen öffentlichen Einrichtungen eher selten ist – pünktliche Gehaltszahlungen.

Dies zu ändern ist uns weiterhin ein großes Anliegen, setzt aber auch – im Sinne unserer Sponsoren – ein gewisses Umdenken bei den Gehaltsempfängern voraus.

Außerdem bemühen wir uns – soweit es in unseren Möglichkeiten liegt, um diverse zusätzliche Unterstützungsmaßnahmen, wie z.B. freies Mittagessen für die Angestellten, die Möglichkeit, die eigenen Kleinkinder während der Arbeitszeit mit zu versorgen, Gehaltsvor- und Zuschüsse in persönlichen Notlagen, Übernahme von Fortbildungskosten, medizinische Unterstützung und – was in vielen öffentlichen Einrichtungen eher selten ist – pünktliche Gehaltszahlungen.

Der Aufbau eines verantwortlichen sog. Komitees, das die Gemeinde Kongoni in solchen Strukturfragen – einschließlich der Arbeitgeberposition für die Angestellten im E.C.D.E – vertritt, ist unser nächstes Ziel. Hier sollten dann auch Fragen wie (leistungs)gerechte Bezahlung, soziale Absicherung und Auswahl und Kontrolle von Mitarbeitern ihren Platz finden. So könnte ein wesentlicher Beitrag zur Diskussion und Lösung globaler Probleme auf lokaler Ebene angeregt werden.

Darüber hinaus wurde eine Eltern-Arbeitsgruppe initiert, die durch Herstellung von Schmuckwaren die Möglichkeit erhalten, sich ein Zusatzeinkommen zu verdienen. Hier liegt die Bezahlung deutlich über dem landesüblichen Niveau dieser Branche, da die Vermarktung in Deutschland ehrenamtlich erfolgt und der Gewinn je zur Hälfte der Arbeitsgruppe und der Vereinsarbeit zugute kommt.